Eine große Ära im österreichischen Frauenfußball geht zu Ende. Die USV Neulengbacherinnen, aber auch SVK Wildcats müssen sich verabschieden, denn beide Frauenvereine erhalten keine neue Lizenz mehr.
Folgende Frauenfußballvereine erhielten ihre Lizenzen für die Spielsaison 2026/2027.
Neun von den zehn aktuellen Frauenteams in der Admiral Ersten ÖFB Frauen Bundesliga erhielten ihre Lizenz auch für die nächste Spielsaison. Dazu zählen FK Austria Wien, SKN Sankt Pölten, SK Sturm Graz, FC Red Bull Salzburg, SCR Altach, First Vienna FC 1894, LASK, FC Blau Weiß Linz / Kleinmünchen und die Spielerinnengemeinschaft (SpG) Südburgenland / TSV Hartberg.
Aber ausgerechnet der einzige zu 100 Prozent reiner Frauenfußballverein, USV Neulengbach, bekam die Lizenz für die kommende Spielsaison 2026/2027 nicht ausgestellt. So lagen die angeblichen Gründe einer Lizenz Verweigerung, im sportlich, infrastrukturell, personell-administrativ, finanziell und rechtlichen Bereich. USV Neulengbacherinnen sind tatsächlich sogar als mehrfache ehemalige Rekordmeisterinnen aktuell auch auf Platz acht (von zehn) in der Ersten Bundesliga Tabelle positioniert.
Die Klublizenzierung ist auch für die UEFA-Frauen Klubwettbewerbe erfolgt.
Der Senat fünf hat die Lizenzanträge der Klubs der Admiral Frauen Bundesliga, wie auch in den Vorjahren, für die Teilnahme an den UEFA-Frauen-Klubwettbewerben behandelt. Diese Bewerber*innen haben zusätzlich zum nationalen Lizenzierungsverfahren auch die internationale Lizenzierung erhalten: FK Austria Wien, SKN Sankt Pölten, SK Sturm Graz, FC Red Bull Salzburg, SCR Altach und First Vienna FC 1894.
„Das erstmalige Lizenzverfahren in der ADMIRAL Frauen Bundesliga ist ein wichtiger und richtungsweisender Schritt im Hinblick auf die Professionalisierung sowie die langfristige Qualitätssicherung des heimischen Frauenfußballs. Auch wenn in zwei Fällen die Lizenz in erster Instanz nicht erteilt werden konnte, ist es insgesamt als sehr positiv zu bewerten, dass dieses erstmalige Lizenzierungsverfahren von den Clubs weitestgehend erfolgreich abgeschlossen worden ist. Zudem gilt lobend hervorzuheben, dass mehr als die Hälfte der aktuellen Vertreter in der ADMIRAL Frauen Bundesliga auch die Klublizenzierung für die UEFA-Frauen-Klubwettbewerbe erfolgreich erhalten hat“,
sagte Vorsitzender Senat 5 Thomas Hofer-Zeni.
Unfähigkeit eines männlichen Vereinsobmanns beschädigt traditionelle Frauenfußballvereine.
Tatsächlich sei wohl der einzige wahre Grund für diese Lizenz Verweigerung die Nicht-Kommunikation, und damit die Unfähigkeit des Obmanns vom Verein USV Neulengbach. Mehr über die wochenlangen Kämpfe seitens der Sportdirektorin Maria Wolf, Trainer Andi Ogris und den Spielerinnen um den Erhalt des Frauenfußballvereins USV Neulengbach ist hier auch zu lesen.
Es gab auch in Zweiter ÖFB Frauen Bundesliga neue Lizenzvergabe.
So erhielten die SK Rapidlerinnen als Tabellenzweite mit 44 Gesamtpunkten nach der 18ten Spielrunde in der Zweiten ÖFB Frauen Bundesliga ebenfalls ihre Lizenz für die nächste Spielsaison ausgestellt. Aber sogar den Tabellenersten in der Zweiten Bundesliga SVK Wildcats Elektro Service Fuchs wurde ebenso aus den Gründen im sportlich, infrastrukturell, personell-administrativ, finanziell und rechtlichen Bereich ihre Lizenz verweigert.
Stoppt die Insolvenz der Frauenfußballvereine!
So waren die USV Neulengbacherinnen zwischen 2003 und 2014 immer Meisterinnen. Sie erreichten sogar das Viertelfinale der Champions League. Im Sommer 2025 begannen dann deutsche Ex-Model Cheyenne Ochsenknecht als Präsidentin, und Andreas Ogris, als zuletzt aktiver Trainer der Neulengbach Frauenelf, sich für die SV Neulengbacherinnen zu engagieren. Leider reichte es aber für den gewünschten Erfolg nicht aus.
USV Neulengbach Obmann Thomas Wirnsberger schlug den Sargnagel für ehemalige mehrfache Rekordmeisterinnen ein.
Frauenfußball Trainer Andy Ogris spricht an seinem Stammtisch mit dem Moderator LAOLA1 Chefredakteur Peter Rietzler und mit dem Teamleiter der Sportgewerkschaft younion Thomas Pichlmann über die aktuelle Situation der SV Neulengbacherinnen. Die Frage stellt sich dabei, wie weibliche Fußballtalente aus Neulengbach eine neue sportliche Heimat finden sollen.
Wird Maria Wolf die neue Cheftrainerin der ÖFB A-Nationalelf?
USV Neulengbach Sportdirektorin Maria Wolf ist auch im Besitz der A Pro-Lizenz. Es bleibt daher aus dieser Perspektive spannend zu betrachten, ob Maria Wolf doch die Chance bekommt, die ÖFB A-Nationalelf unter Frauenhand wieder zu trainieren.
So könnte auch die ÖFB A-Nationalelf wieder bessere Chancen für einen Aufstieg bekommen, wenn Alexander Schriebl seinen ÖFB Trainerposten rasch an mögliche neue ÖFB Cheftrainerin Maria Wolf weitergibt.
Seit April 2026 ist das Ende des Traditionsvereins USV Neulengbach erreicht.
Der Verein hat den Protest gegen die verweigerte Lizenz nicht eingereicht, damit ist das Aus für die Bundesliga-Saison 2026/27 fix. Denn die achttägige Frist ist für einen Protest, gegen die erstinstanzliche Lizenz Verweigerung vom achten April 2026, am 16ten April 2026 ungenutzt verstrichen, nachdem der Verein einen Insolvenzantrag angekündigt hatte. Die Sportdirektorin Maria Wolf hatte bis zuletzt, mit den Spielerinnen auch in den Krisensitzungen involviert, um den Erhalt gekämpft.
Vom Überlebenskampf bis zum neuen Aufstieg geht´s in die Bundesliga Saison 2026/27.
So kämpfte die Sportdirektorin Maria Wolf mit ihren Neulengbachs Fußballerinnen vergebens um das Überleben, während mit den Rapidlerinnen, ein weiterer an den Männern angepasster Verein, in die neue Ersten ÖFB Admiral Bundesliga Saison 2026/27 aufsteigen wird.
„Es ist mir unverständlich, wie man einen Verein so gegen die Wand fahren kann. Für mich ist das enttäuschend. Die Spielerinnen sind nicht davongelaufen, sie waren bereit, gemeinsam weiterzugehen. Gerade deshalb ist es für mich unverständlich, dass man den Verein jetzt fallen lässt, obwohl Bereitschaft da war, diesen Weg gemeinsam weiterzuführen. Ich möchte mich bei younion für den lösungsorientierten, konstruktiven Austausch bedanken. Allem voran bei Thomas Trawöger, Thomas Pichlmann, Stefanie Enzinger und Dr. Palka. Die Sportgewerkschaft hat immer das große Ganze im Blick gehabt und mit gezittert bis zum Schluss. Nachdem was ich alles in den letzten Wochen erlebt habe, ist es für mich eine Wohltat, dass es noch Menschen gibt die Haltung zeigen und für das Richtige einstehen. Vielen Dank an Alle“,
sagte die Sportdirektorin Maria Wolf.
Tragfähige Lösungen sind auf dem Tisch gelegen.
Die Geschichte des professionellen Frauenfußballs bei den aktuellen Tabellenachten SV Neulengbacherinnen ist damit zu Ende. Eine Perspektive blieb noch, um den Verbleib der Neulengbacherinnen in der Frauen-Bundesliga zu schaffen. Es seien sogar tragfähige Lösungen auf dem Tisch gelegen, umso größer waren Sportdirektorin und Spielerinnen entsetzt, den Weg der vorliegenden Lösungen nicht mehr beenden konnten. Aber dankten auch für den lösungsorientierten, konstruktiven Austausch der younion Sportgewerkschaft.
Mit Unverständnis auf das Aus reagiert.
„Sportlich hätten wir überhaupt kein Problem gehabt, die Liga zu halten. Wir hatten heuer 14 Bundesliga Debütantinnen, die einen herausragenden Job gemacht haben. Ich hoffe, dass sich diese jungen Spielerinnen von dieser Erfahrung nicht entmutigen lassen. Die Frauenelf war bereit, das Trainerteam war bereit, und wir hätten diesen Weg gemeinsam geschafft. Umso bitterer ist es nun“,
sagte USV Neulengbach Frauenfußball Trainer Andreas Ogris.
Neuer Fokus ist von der younion Sportgewerkschaft dabei gesetzt.
Die younion-Sportgewerkschaft fokussiert sich nun vor allem auf die Situation der betroffenen Spielerinnen und Betreuer*innen. Denn de facto ist das Ende von den USV Neulengbacherinnen eingeleitet, aber die zentralen Fragen sorgen noch weiterhin für Unsicherheit. Schließlich sagte auch die ehemalige ÖFB Profispielerin und Fußballbeauftragte der younion-Sportgewerkschaft, mit dem Fokus auf den Profifrauenfußball, Stefanie Enzinger dazu:
„So mit den Spielerinnen umzugehen, ist nicht fair. Sie haben über Wochen hinweg in einer enorm belastenden Situation Bereitschaft gezeigt. Gleichzeitig herrscht weiter Unsicherheit: Es gibt offiziell keinen Insolvenzantrag, keine Information an die Liga und keine Vertragsauflösungen. Wir sind als Gewerkschaft für die Spielerinnen und Betreuer*innen da und werden sie in dieser Situation mit voller Kraft unterstützen“,
sagte Stefanie Enzinger als Frauenfußballbeauftragte der younion-Sportgewerkschaft.
Die younion-Sportgewerkschaft wird daher die betroffenen Spielerinnen und Betreuer*innen weiterhin arbeitsrechtlich begleiten und sie über ihre Rechte und Möglichkeiten informieren.
SV Neulengbach ist gescheitert, weil er keinen neuen Weg zugelassen hatte.
Denn sowohl die sportliche Leitung, das Trainer*innenteam und die Gewerkschaft haben es bedauerlich erkannt, weder die Frauenfußballelf, noch das sportliche Konzept und auch nicht die Bereitschaft der Beteiligten gemeinsam weiterzuarbeiten, ist gescheitert, sondern nur der SV Neulengbach, weil am Ende kein neuer möglicher Lösungsweg zugelassen wurde. Bedauerlich ist abschließend auch zu erwähnen, die aktuellen Tabellenachten USV Neulengbacherinnen dürfen ihre Spielsaison 2025/26 vermutlich nicht einmal mehr fertig spielen.
Professionalität erhöhen.
Ab der Saison 2026/27 gelten im österreichischen Frauenfußball neue, deutlich strengere Lizenz Bestimmungen. Diese Regeln legen fest, welche Voraussetzungen ein Klub erfüllen muss, um in der ÖFB Frauen-Bundesliga oder den UEFA-Frauenbewerben spielen zu dürfen. Es soll damit eine Professionalisierung in Bereichen wie Nachwuchs, Infrastruktur, Personal, Finanzen und Nachhaltigkeit als Ziele erreicht werden.
Also der ÖFB will mit diesen Vorgaben: Professionalität erhöhen, Strukturen vereinheitlichen, Nachwuchsarbeit sichern, finanzielle Stabilität garantieren, internationale Standards erreichen und den Frauenfußball nachhaltig stärken. Die wichtigsten Lizenzregeln sind hier für die Frauen-Bundesliga ab 2026/27 erklärt.
- Lizenzgeber*in ist die Österreichische Fußball-Bundesliga (ÖFBL). Sie ist vom ÖFB beauftragt und über die Lizenz entscheidet zuerst Senat 5, in zweiter Instanz das Protestkomitee. Bei Streitfällen entscheidet das Ständige Neutrale Schiedsgericht.
- Die Lizenzpflicht gilt dabei für alle Vereine, die in der Frauen-Bundesliga oder in UEFA-Wettbewerben spielen wollen, benötigen eine Lizenz für jedes einzelne Spieljahr. Eine für die UEFA gültige Lizenz inkludiert automatisch die Bundesliga Lizenz.
- 15.000 Euro, Transfersperren, Platzsperren, Funktionssperren, oder sogar Lizenzentzug zählen zu den Risikofaktoren bei Nicht Einhaltung dieser Lizenzregeln.
Beitragsbild USV Neulengbacherinnen im Kreis vereint, Fotocredit: ÖFB.


