Eine große Ära im österreichischen Frauenfußball geht endgültig zu Ende. Die USV Neulengbacherinnen müssen sich verabschieden, nach dem Beginn des Insolvenzverfahrens sind weitere zahlreiche Proteste gescheitert.
Stoppt die Insolvenz der Frauenfußballvereine!
So waren die USV Neulengbacherinnen zwischen 2003 und 2014 immer Meisterinnen. Sie erreichten sogar das Viertelfinale der Champions League. Im Sommer 2025 begannen dann deutsche Ex-Model Cheyenne Ochsenknecht als Präsidentin, und Andreas Ogris, als zuletzt aktiver Trainer der Neulengbach Frauenelf, sich für die SV Neulengbacherinnen zu engagieren. Leider reichte es aber für den gewünschten Erfolg nicht aus.
Seit April 2026 ist das Ende des Traditionsvereins USV Neulengbach erreicht.
Der Verein hat den Protest gegen die verweigerte Lizenz nicht eingereicht, damit ist das Aus für die Bundesliga-Saison 2026/27 fix. Denn die achttägige Frist ist für einen Protest, gegen die erstinstanzliche Lizenz Verweigerung vom achten April 2026, am 16ten April 2026 ungenutzt verstrichen, nachdem der Verein einen Insolvenzantrag angekündigt hatte. Die Sportdirektorin Maria Wolf hatte bis zuletzt, mit den Spielerinnen auch in den Krisensitzungen involviert, um den Erhalt gekämpft.
Vom Überlebenskampf bis zum neuen Aufstieg geht´s in die Bundesliga Saison 2026/27.
So kämpfte die Sportdirektorin Maria Wolf mit ihren Neulengbachs Fußballerinnen vergebens um das Überleben, während mit den Rapidlerinnen, ein weiterer an den Männern angepasster Verein, in die neue Ersten ÖFB Admiral Bundesliga Saison 2026/27 aufsteigen wird.
„Es ist mir unverständlich, wie man einen Verein so gegen die Wand fahren kann. Für mich ist das enttäuschend. Die Spielerinnen sind nicht davongelaufen, sie waren bereit, gemeinsam weiterzugehen. Gerade deshalb ist es für mich unverständlich, dass man den Verein jetzt fallen lässt, obwohl Bereitschaft da war, diesen Weg gemeinsam weiterzuführen. Ich möchte mich bei younion für den lösungsorientierten, konstruktiven Austausch bedanken. Allem voran bei Thomas Trawöger, Thomas Pichlmann, Stefanie Enzinger und Dr. Palka. Die Sportgewerkschaft hat immer das große Ganze im Blick gehabt und mit gezittert bis zum Schluss. Nachdem was ich alles in den letzten Wochen erlebt habe, ist es für mich eine Wohltat, dass es noch Menschen gibt die Haltung zeigen und für das Richtige einstehen. Vielen Dank an Alle“,
sagte die Sportdirektorin Maria Wolf.
Tragfähige Lösungen sind auf dem Tisch gelegen.
Die Geschichte des professionellen Frauenfußballs bei den aktuellen Tabellenachten SV Neulengbacherinnen ist damit zu Ende. Eine Perspektive blieb noch, um den Verbleib der Neulengbacherinnen in der Frauen-Bundesliga zu schaffen. Es seien sogar tragfähige Lösungen auf dem Tisch gelegen, umso größer waren Sportdirektorin und Spielerinnen entsetzt, den Weg der vorliegenden Lösungen nicht mehr beenden konnten. Aber dankten auch für den lösungsorientierten, konstruktiven Austausch der younion Sportgewerkschaft.
Mit Unverständnis auf das Aus reagiert.
„Sportlich hätten wir überhaupt kein Problem gehabt, die Liga zu halten. Wir hatten heuer 14 Bundesliga Debütantinnen, die einen herausragenden Job gemacht haben. Ich hoffe, dass sich diese jungen Spielerinnen von dieser Erfahrung nicht entmutigen lassen. Die Frauenelf war bereit, das Trainerteam war bereit, und wir hätten diesen Weg gemeinsam geschafft. Umso bitterer ist es nun“,
sagte USV Neulengbach Frauenfußball Trainer Andreas Ogris.
Neuer Fokus ist von der younion Sportgewerkschaft dabei gesetzt.
Die younion-Sportgewerkschaft fokussiert sich nun vor allem auf die Situation der betroffenen Spielerinnen und Betreuer*innen. Denn de facto ist das Ende von den USV Neulengbacherinnen eingeleitet, aber die zentralen Fragen sorgen noch weiterhin für Unsicherheit. Schließlich sagte auch die ehemalige ÖFB Profispielerin und Fußballbeauftragte der younion-Sportgewerkschaft, mit dem Fokus auf den Profifrauenfußball, Stefanie Enzinger dazu:
„So mit den Spielerinnen umzugehen, ist nicht fair. Sie haben über Wochen hinweg in einer enorm belastenden Situation Bereitschaft gezeigt. Gleichzeitig herrscht weiter Unsicherheit: Es gibt offiziell keinen Insolvenzantrag, keine Information an die Liga und keine Vertragsauflösungen. Wir sind als Gewerkschaft für die Spielerinnen und Betreuer*innen da und werden sie in dieser Situation mit voller Kraft unterstützen“,
sagte Stefanie Enzinger als Frauenfußballbeauftragte der younion-Sportgewerkschaft.
Die younion-Sportgewerkschaft wird daher die betroffenen Spielerinnen und Betreuer*innen weiterhin arbeitsrechtlich begleiten und sie über ihre Rechte und Möglichkeiten informieren.
SV Neulengbach ist gescheitert, weil er keinen neuen Weg zugelassen hatte.
Denn sowohl die sportliche Leitung, das Trainer*innenteam und die Gewerkschaft haben es bedauerlich erkannt, weder die Frauenfußballelf, noch das sportliche Konzept und auch nicht die Bereitschaft der Beteiligten gemeinsam weiterzuarbeiten, ist gescheitert, sondern nur der SV Neulengbach, weil am Ende kein neuer möglicher Lösungsweg zugelassen wurde. Bedauerlich ist abschließend auch zu erwähnen, die aktuellen Tabellenachten USV Neulengbacherinnen dürfen ihre Spielsaison 2025/26 vermutlich nicht einmal mehr fertig spielen.
Professionalität erhöhen.
Ab der Saison 2026/27 gelten im österreichischen Frauenfußball neue, deutlich strengere Lizenz Bestimmungen. Diese Regeln legen fest, welche Voraussetzungen ein Klub erfüllen muss, um in der ÖFB Frauen-Bundesliga oder den UEFA-Frauenbewerben spielen zu dürfen. Es soll damit eine Professionalisierung in Bereichen wie Nachwuchs, Infrastruktur, Personal, Finanzen und Nachhaltigkeit als Ziele erreicht werden.
Also der ÖFB will mit diesen Vorgaben: Professionalität erhöhen, Strukturen vereinheitlichen, Nachwuchsarbeit sichern, finanzielle Stabilität garantieren, internationale Standards erreichen und den Frauenfußball nachhaltig stärken. Die wichtigsten Lizenzregeln sind hier für die Frauen-Bundesliga ab 2026/27 erklärt.
- Lizenzgeber*in ist die Österreichische Fußball-Bundesliga (ÖFBL). Sie ist vom ÖFB beauftragt und über die Lizenz entscheidet zuerst Senat 5, in zweiter Instanz das Protestkomitee. Bei Streitfällen entscheidet das Ständige Neutrale Schiedsgericht.
- Die Lizenzpflicht gilt dabei für alle Vereine, die in der Frauen-Bundesliga oder in UEFA-Wettbewerben spielen wollen, benötigen eine Lizenz für jedes einzelne Spieljahr. Eine für die UEFA gültige Lizenz inkludiert automatisch die Bundesliga Lizenz.
- 15.000 Euro, Transfersperren, Platzsperren, Funktionssperren, oder sogar Lizenzentzug zählen zu den Risikofaktoren bei Nicht Einhaltung dieser Lizenzregeln.
Beitragsbild USV Neulengbacherinnen im Kreis vereint, Fotocredit: ÖFB.


