Medizinische und sportliche Vertreter*innen fanden sich am 27ten Jänner 2026 im Hörsaal der Wiener Sportuniversität Auf der Schmelz ein.
Frauen im Sport besser unterstützen.
Der Sportmediziner und Sportkardiologe Univ.-Prof. Jürgen Scharhag ist Ärztlicher Leiter des Österreichischen Instituts für Sportmedizin (ÖISM) und Professor für Sport- und Leistungsphysiologie am Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport an der Universität Wien. Er moderierte die gut besuchte Veranstaltung Frau und Sport im siebenten Forum Sport und Medizin Auf der Schmelz, 1150 Wien.
Mediziner referieren über Frauen und Sport in der Medizin.
Zu Beginn der Veranstaltung hielten zwei medizinische Vertreter Assoc. Prof. Priv.-doz. Dr. Johannes Ott und PD Dr. Jan Niederdöckl von der Med Uni Wien ihre beiden Gastvorträge über Hormonhaushalt und Sport und Schwangerschaft und Sport. Es waren durchaus anregende interessante medizinische Fachvorträge zu diesen beiden Themen zu hören. Es wirkt dennoch aus feministischer Perspektive etwas irritierend, dass gerade Männer über Frauen und Sport in der Medizin referieren, oder gibt es noch keine weibliche medizinische Vortragende über diese Themen?
Im Anschluss der beiden Fachvorträge startete jedenfalls die Podiumsdiskussion mit zwei sportbekannten Profi Sportlerinnen aus den Bereichen Fußball und Rudersport.
Über Frauen in Sport und Medizin diskutiert und vernetzt.
Die medizinischen und sportlichen Vertreter*innen diskutierten im Anschluss der beiden Gastvorträge unter dem Motto Frau und Sport beim siebenten Forum Sport und Medizin in einem von Medizin- und Sportstudent*innen dicht gefüllten Hörsaal. Diese kostenfreie Veranstaltungsreihe orientierte sich vorwiegend an die Sportler*innen, Trainer*innen, Mediziner*innen, Sportwissenschafter*innen, Studierende, Patient*innen sowie Vertreter*innen von Hochschulen und Politik.
Zyklusbasiertes Training für Frauen berücksichtigen.
Steffi Enzinger wurde am 25sten November 1990 in Salzburg geboren. Die 36-Jährige ist ehemalige Profi Fußballspielerin und Stürmerin. Sie spielte bis zum Jahr 2023 im ÖFB Nationalteam und für die SKN Sankt Pölten Wölfinnen. Bereits im Jahr 2017 erhielt sie auch die Auszeichnung zur Österreichischen Sportlerin des Jahres.
Aktuell arbeitet sie derzeit beruflich bei der Sportgewerkschaft Younion. Dort darf sie sich für die Rechte und Pflichten der Spielerinnen im Frauenfußball gewerkschaftlich einsetzen, sagte Steffi Enzinger. Sie startet mit der neuen Spielsaison 2026 auch als Co Trainerin bei der U17 Nationalelf der Frauen.

Lizenzierung gilt als Verbesserungspotential im österreichischen Frauenfußball.
„Bis vor kurzem gab es keine Kriterien, die entscheiden, welche Frauenvereine in der Ersten Bundesliga spielen durften. Aber seit Sommer 2025 wurde die Lizenzierung bei der Frauen Bundesliga eingeführt. Das heißt, Frauenvereine müssen bestimmte Kriterien erfüllen, dass sie in der Ersten Bundesliga spielen dürfen. Die Lizenzierung ist auch angepasst auf die Internationale Lizenzierung, also auf die Top drei Vereine ausgerichtet. Eine medizinische Gesundheitsversorgung ist damit seit heuer (Anm. d. Red. 2026) auch fix verankert und für die Spielerinnen der Vereine der Ersten und Zweiten Bundesliga verpflichtend“,
sagte Steffi Enzinger.
Kurzer O-Ton von Steffi Enzinger gibt es hier auch zum Anhören.
Rudern ist ein sehr umfangreicher Sport.
Die 27-jährige österreichische Rudersportlerin Lara Tiefenthaler wurde am 28sten September 1999 geboren. Seit Juli 2024 ist sie Mitglied im Spitzensportkader des Bundesministeriums für Inneres. Dafür entschied sie sich nach ihrer Zeit als Sportlerin beim Bundesheer. Sie trainiert beim Ruderverein STAW und ist Europameisterin im Leichtgewichts-Einer beim Leistungssport im Rudern.
„Beim Leichtgewichtsrudern ist das Gewicht, wie der Name schon sagt, ein großes Thema. Vor jedem Wettkampf geht dabei jede Athlet*in ans Limit. Auch beim Rudersport ist das zyklusbasierte Training für Frauen ein Riesenthema. Es wird auch immer mehr mit den männlichen Coaches darüber gesprochen, weil auch vor allem Männer im Rudersport trainieren. Aber auch die männlichen Coaches bringen sich zu diesem Thema immer mehr ein und beschäftigen sich damit, was sehr positiv ist“,
sagte Lara Tiefenthaler.
Zyklusbasiertes Training bleibt auch im Rudersport ein Thema.
Auch 25 bis 30 Stunden können solche Trainings im Leistungsleichtgewichtsrudern umfassen, was sich durchwegs intensiv belastend auswirken kann. Es brauche daher auch relativ viel Unterstützung in verschiedenen Bereichen, weil der Rudersport auch ein sehr komplexes Thema sei, sagte die Rudererin Lara Tiefenthaler auf die Frage nach den medizinischen Bedürfnissen für die Rudererinnen im Leistungssport.
„Beispielsweise macht ein Sportnahrungssponsor schon sehr viel aus, um im Training gut versorgt zu sein und nicht immer monatlich hunderte von Euro dafür auf die Seite zu legen. Ärztliche Betreuung und Ernährungsberatung sind einfach so wertvoll, auch muss man damit recht früh beginnen, mit 23, 14 Jahren ist es eigentlich schon zu spät damit zu beginnen unterstützt zu werden“,
sagte Lara Tiefenthaler.ergänzend zu möglichen Verbesserungsvorschlägen für Frauen im Rudersport.
Hier gibt es einen kurzen O-Ton von Lara Tiefenthaler zum Anhören.



